Egon Bahr zum Nachruf

„Wir müssen lernen, wieder eine normale Nation zu sein“
Das erste Interview der “Jungen Freiheit” mit Egon Bahr fand im November 2004 statt und sorgte gleich für Aufregung. Schon die Überschrift „Wir müssen lernen, wieder eine normale Nation zu sein“ deutete an, daß Bahr in dem Text keine Rücksicht auf politische Korrektheit nehmen würde. So gestand er etwa ein, daß Deutschland auch heute noch ein von den USA zumindest ein bißchen besetztes Land sei, auch wenn das Ausmaß „nicht mehr weh“ tue. Und konzedierte, daß „im Grunde jedes Land froh sein muß, wenn es seine Besatzer los wird“, zumal die USA in Deutschland bis heute „sicherheitspolitisch“ lediglich ein „Protektorat“ sähen.
Auch innenpolitisch wurde Bahr deutlich: „Ich kenne keinen Staat, in dem wir als Europäer angesprochen werden. Wir werden überall als Deutsche gesehen. Es ist der Nationalstaat, in dem das Zugehörigkeitsgefühl und die Loyalität der Bürger wohnt!“, mahnte er und forderte: „Ich glaube wirklich, daß die jungen Leute da umlernen müssen. Oder wollen sie etwa ohne eigenen Stolz leben? Man kann aus der deutschen Geschichte nicht austreten und in Nihilismus verfallen. Man kann die Nation nicht unter den Teppich kehren.“

Egon Bahr war einer der wenigen Sozialdemokraten, denen nach dem Krieg das Schicksal Deutschlands nicht gleichgültig gewesen ist.

Die deutschen Katastrophen 1914 bis 1918 und 1933 bis 1945
Andreas von Bülow
Das Große Spiel der Mächte
Die Beteiligten
Die geheimen Interessen
Die wahren Schuldigen
Der Erste und der Zweite Weltkrieg sind die großen Traumata Deutschlands. Katastrophen, die uns nach wie vor beschäftigen und die die Weltgeschichte bis heute beeinflussen. In der Rückschau wirken viele Ereignisse der damaligen Zeit zufällig, aber auch widersprüchlich und rätselhaft. Doch die meisten Entwicklungen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ergeben sehr wohl einen Sinn. Ein Großteil dessen, was damals geschah, wurde von Nationen und einzelnen Personen bewußt gesteuert
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Über piejayb

61 Jahre junger Mann der ausgewandert ist, weil ihn das Leben in Deutschland schon seit sehr langer Zeit so verlogen vorkam, dass es ihn regelrecht ankotzte. Jetzt wo er tatsächlich weg ist, zeigt es sich deutlich wie recht er doch mit seinem Gefühl hatte.


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